Medien und Medizin

Medizin als Medienereignis, Medizin im interdisziplinären Dialog

Erschienen am 20.08.2008, 1. Auflage 2008
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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783034008945
Sprache: Deutsch
Umfang: 147 S.
Format (T/L/B): 1 x 22.5 x 15.5 cm
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Medien und Medizin - diese Verbindung wird in der gegenwärtigen Informationsgesellschaft durchaus kontrovers debattiert. Die bis vor wenigen Jahrzehnten unangefochtene Autorität des medizinischen Personals als Informationslieferanten zu gesundheitlichen Fragen erodiert unter dem Druck des Medienwandels in dramatischem Tempo. Dem komplexen Dreiecksverhältnis von Arzt, Patient und Öffentlichkeit mit den vielfältigen Interaktionen und Abhängigkeiten widmet sich der Band. In der Schweiz geben nur noch knapp die Hälfte der befragten Personen an, ihre Informationen zu medizinischen Fragen zur Hauptsache von Ärztinnen und Ärzten zu beziehen - zu 60 Prozent dienen Fernsehen, Zeitschriften und Zeitungen als Informationsquellen. Das Internet wird in wachsendem Masse als Berater konsultiert. Die Leistungs- und Konsumentenrollen werden medial umgebaut. Der Patient definiert sich neu genauso sehr als Konsument ärztlicher Leistungen und Informationen wie auch als Konsument journalistisch aufbereiteter Gesundheitsinformation. Aus der Sicht der Experten bleibt die Beurteilung dieses Umbaus ambivalent: Politisch korrekt wird den Massenmedien als Verdienst angerechnet, über Krankheit und Gesundheitsstörung sachgerecht zu informieren. Das 'Fachwissen' des Patienten steigt, er wird informationstechnisch anspruchsvoll, seine Isolation in der unmittelbaren Interaktion zwischen Arzt und Patient wird aufgebrochen, Krankheiten werden enttabuisiert - dies aber vorwiegend in der Form der öffentlichen Sensation. Hier setzen denn auch die kritischen Voten ein: vom Einwand der Vermittlung eines zweifelhaften, sensationsorientierten Bildes von Gesundheit über den Anwurf der überrissenen Medikalisierung vieler Probleme zukünftiger Konsumenten einer zunehmend kostenintensiven Medizin bis hin zum gravierenden Vorwurf undurchsichtiger Finanzierung der Medien durch die Medizinalindustrie.

Inhalt

Iso Camartin: Ein Mitteilungsnotstand namens Krankheit. Wie reden wir über das beschädigte Leben? Die Wahrheit der Massenmedien: Massenmedien als Thema der Wissenschaft Gaetano Romano: Die Wahrheit der Massenmedien Peter Studer: Der Journalist und seine Verpflichtung zur Wahrheitssuche Annemarie Pieper: Wahrhaftigkeit als journalistische Tugend im Kampf gegen medialen «Bullshit» Wissenschaftliche Wahrheiten in den Massenmedien: Medizin als Medien­ereignis Rudolf Stichweh: Wissenschaftsjournalismus und die biomedizinische Forschung. Die Öffentlichkeit der modernen Naturwissenschaft Regula Heusser-Markun: Zwischen Wissenschaft, Politik, Lebenshilfe und Lifestyle: Die Aufbereitung medizinischer Themen für moderne Medienkonsumenten. Giovanni Maio: Zwischen Blasphemie und Wunderheilung. Zur medialen Inszenierung von Medizin am Beispiel des Klonens Dietrich von Engelhardt: Das Arztbild im Film.Die Massenmedien als Herausforderung für die Medizin Peter Stulz: Die chirurgische Operation im Fernsehen. Sinnvolle Patientenaufklärung oder geschmackloser Voyeurismus? Frank Nager: Patient und Arzt im Informationsdschungel Iwan Rickenbacher: Zwischen Kumpanei und Mesalliance: Mediziner und Journalisten

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