Das goldene Ei

Die Matrix der Wirklichkeit im Märchen

Erschienen am 09.11.2010, 1. Auflage 2010
24,95 €
(inkl. MwSt.)

Nicht lieferbar

In den Warenkorb
Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783570501139
Sprache: Deutsch
Umfang: 352 S., 100 farbige Illustr., zahlreiche 4-c Abbil
Format (T/L/B): 2 x 24.5 x 17.8 cm
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

Ein Schlüssel zum Verständnis der Welt ist in unseren Märchen versteckt

Wie ein Regenbogen gemäß der Natur des Lichts seine Farben aufspannt, so entfaltet der menschliche Geist seine Gestalt im Spiel der Phantasie nach eigenen, verborgenen Regeln. Seit Anbeginn der Zeiten erzählen uns Märchen und Mythen von dieser ''phantastischen Matrix'', die unserer Wirklichkeit zugrunde liegt. Haben uns diese alten Geschichten heute noch etwas zu sagen? Ist es möglich, in ihnen eine Struktur zu entdecken, die uns verstehen lässt, wie Geist und Kosmos funktionieren? Pia Mayer-Gampe liefert mit diesem Buch den schlüssigen Beweis. Sie lädt uns ein zu einer Reise durch die Zauberwelt der Märchen und Mythen, die sie in Beziehung setzt zur nüchternen Logik der Naturwissenschaften und den Gesetzmäßigkeiten unserer modernen Wirtschaftswelt. Sie lässt uns Grenzen des Denkens und Fühlens überschreiten und führt uns schließlich zurück - zu uns selbst. Der Autorin ist nichts Geringeres gelungen als die Kartierung einer DNA archetypischer Kräfte, die scheinbar mühelos die Dualität von Geist und Materie überwinden und in der Frau Holle und Luke Skywalker ebenso ihren Platz finden wie Charles Darwin und John Maynard Keynes. Ein großartiges Werk, das Scharfblick und Analyse mit Poesie vereint und uns die Welt in einem neuen Licht sehen lässt.

Autorenportrait

Dr. Pia Mayer-Gampe, Tochter des verstorbenen Schriftstellers Carl Amery, ist 1955 in München geboren. Sie studierte Forstwissenschaften und arbeitete nach dem Staatsexamen als freiberufliche Schriftstellerin. 1989/90 verbrachte sie in Bhutan, wo sie sich intensiv mit dem tibetischen Buddhismus und Fragen der Entwicklungshilfe beschäftigte. Im Jahr 2000 schloss sie ihre Promotion in Forstwissenschaft ab. Heute lebt sie als Autorin zusammen mit ihrem Mann in der Nähe von München.

Leseprobe

Wie sich ein Strudel nach den Gesetzmäßigkeiten des Wassers bildet oder ein Regenbogen gemäß der Natur des Lichtes seine Farbfolge aufspannt, so entfaltet sich der menschliche Geist im Spiel der Phantasie nach seinen eigenen, verborgenen Regeln. Mag uns der Inhalt von Märchen und Mythen, Fantasy und Utopien willkürlich erscheinen, mit Zaubern und anderen Unwahrscheinlichkeiten durchsetzt, die Struktur des Geistes, der sie ersinnt, ist es nicht. Während er die Helden und Heldinnen durch seine erfundenen Welten schickt, markiert er in der Schrift der Symbole denselben Weg, auf dem er alltäglich reale Welten erschafft. Folgen wir diesen Zeichen und kartieren die Wanderungen der Gestalten, so finden wir in jenen Geschichten, die uns mit ihrem schöpferischen Spiel fesseln und stimmig erscheinen, diesen unsichtbaren Globus, die verborgene Matrix des menschlichen Geistes. Die Struktur zeigt, wie wir und unsere Welt untrennbar verwoben sind auf eine uralte Weise, die wir mit allen Menschen, ja allem Lebendigen teilen, und wie in diesem Verweben unablässig Leben und Wirklichkeit entstehen. Diese Matrix ist unverändert vital, und wenn wir sie erst einmal erkannt haben, werden wir sie nicht nur in alten Märchen, sondern auch in neuen Phantasien wiederfinden. Ja, es scheint, als ob sie sich mit Vergnügen der Drehbuchschreiber Hollywoods bemächtigt und sich der unbegrenzten Möglichkeiten der Computeranimation bedient. Befreit aus dem Käfig der Zweckmäßigkeit und Rationalität beschreibt die Kreativität sich selbst. Spielerisch verknüpft sie Innen- und Außenwelt, überwindet leichtfüßig den Dualismus von Körper und Geist und den scheinbaren Gegensatz von Subjekt und Objekt. Indem sie phantastische Welten erschafft, verrät sie, wie die ganz gewöhnliche entsteht. Die Struktur ist einerseits einfach, andererseits von einer solchen Aussagekraft, dass mir ihre Benennung schwer fällt. In einer Nottaufe habe ich sie zunächst ie 'Stülp' genannt, da sie - wie wir noch sehen werden - in ihrer Mitte gleichsam umgestülpt ist und sich dieser Begriff als 'the Warp' gut ins Englische übertragen lässt. Der Stülp verdient bessere und poetischere Namen, aber im Folgenden wird dieses Wort genügen, um uns zu verständigen. Die wichtigste Voraussetzung für den Leser ist die Bereitschaft, simultan mit 'beiden Hirnhälften' zu arbeiten, Bilder und Logik, Form und Sprache gleichzeitig einzusetzen. Der Lohn für diese oft ungewohnte Mühe ist die prickelnde Aufregung des Entdeckers, wenn unter Mythen und Märchen eine Struktur auftaucht, die so fasziniert wie die Silhouette eines Meerungeheuers unter der Wasseroberfläche; und wenn wir es erjagt haben, werden wir sehen, dass wir selbst unsere Beute sind. Als ich vor nun bald vierzehn Jahren anfing, mit den Grimm'schen Märchen zu arbeiten, war ich keineswegs auf der Suche nach einer besonders tiefsinnigen Angelegenheit. Ich war dabei, eine forstpolitische Dissertation über Frauen und Wald in Deutschland zu schreiben, und plante dazu einen kleinen Exkurs über tiefenpsychologische Zusammenhänge. Doch es sollte mir gehen wie jenen, die in den Märchen einem goldenen Ei nachjagen. Die Reise ist lang, aufregend und wundersam; und letztlich hält man nicht das goldene Ei in den Händen, sondern ein ganzes Königreich. Inspiriert vom strukturalen Ansatz der Anthropologie und geprägt vom Denken der Förster, verfiel ich auf die Idee, die Märchenlandschaften zu kartieren, um die Lage der Märchenwälder zwischen all den Märchenschlössern, Bergen, Gewässern und so weiter zu erfassen. Tatsächlich erwies es sich, dass diese Landschaftssymbole nicht willkürlich angeordnet sind, und über alle Märchen hinweg wurde langsam eine Form sichtbar, die ich zwar erahnte, aber mit meinem Schulwissen nicht greifen konnte. Schließlich fand ich in Professor Steinlein einen ebenso begeisterten wie geduldigen Mathematiker, der mir die Zeughäuser seiner Wissenschaft öffnete, als einer Disziplin nicht von Formeln, sondern von Bezi Leseprobe

Weitere Artikel vom Autor "Mayer-Gampe, Pia"

Alle Artikel anzeigen

Weitere Artikel aus der Kategorie "Sachbücher/Psychologie, Esoterik, Spiritualität, Anthroposophie"

Alle Artikel anzeigen