Zeit richtungsloser Dichtung - Zur Lyriktrivialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

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Erschienen am 29.01.2008, 1. Auflage 2008
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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783638906012
Sprache: Deutsch
Umfang: 36 S., 0.61 MB
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Format: PDF
DRM: Nicht vorhanden

Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 0,7, Universität Siegen (FB 3: Literatur-, Sprach- und Medienwissenschaften), Veranstaltung: "Lyrik des 19. Jahrhunderts", Sprache: Deutsch, Abstract: Im Zeitraum zwischen 1850 und 1900 hat der Lyrikmarkt (auf Seiten der Produktion und Distribution) nachweislich einen enormen Aufschwung erlebt. Die Anzahl der Lyrik-Anfertigungen in diesen Jahrzehnten ist so gewaltig, dass man heute nur noch den kleinsten Teil der dazugehörigen Dichternamen kennt. Trotz der massenhaften Herstellung kann im lyrischen Bereich nur wenig Schöpferisches und Innovatives in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefunden werden. Stattdessen bestehen viele Anthologien jener Zeit aus einer Fülle an Triviallyrik. Häufig wird in wissenschaftlichen Untersuchungen dennoch besonders den wenigen großen Autoren Aufmerksamkeit gewidmet. Die Betonung ihrer grandiosen, jedoch alles in allem gesehen untypischen Werke ohne breite Resonanz verfälscht allerdings das Lyrikbild der Zeit massiv. Es gibt verschiedene Arbeiten, die sich mit der Trivialisierung der Lyrik der damaligen Zeit befassen. Hierbei fällt auf, dass die Theorien sich teilweise widersprechen, dass sie verschiedenen Faktoren eine unterschiedliche Gewichtung zukommen lassen und dass sich andere Analysen wiederum ergänzen. Günter Häntzschel beispielsweise in seinen zahlreichen Studien hauptsächlich verschiedene Aspekte der sozialgeschichtlichen Komponente, während andere Forscher sich ausschließlich der Epigonenthese widmen, so etwa Claude David. Und die Darstellung des Literaturwissenschaftlers Jörg Schönert hebt den Aspekt der Distribuenten und der Präsentation der Texte hervor. Die vorliegende Arbeit intendiert, jene Ursachen, die an dem Phänomen der Lyriktrivialisierung ab etwa 1850 mitwirken, aufzuzeigen. Hierbei werden die vorangegangene Epoche und die Theorie des Epigonentums ebenso einzubeziehen sein wie soziale Umstände, so zum Beispiel die (geschlechterbezogene) Schulbildung oder die sich ausbreitende Industrialisierung. Außerdem müssen sowohl die Anteile, welche die Produzenten an der Entwicklung hatten, als auch der Part der Rezipienten und der Distribuenten aufgeschlüsselt und kombiniert werden, um die Beziehungen und Abhängigkeiten der drei Mitwirkenden am Lyrikmarkt herauszustellen. Ziel der Arbeit ist es, das vertrackte Geflecht der Faktoren, die schließlich unumgänglich zur Trivialisierung der damaligen Lyrikproduktionen geführt haben, zu beleuchten.

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