Daughter of Doom

Women of Revenge 2

Erschienen am 21.03.2024, 1. Auflage 2024
Auch erhältlich als:
Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783689080013
Sprache: Deutsch
Umfang: 400 S.
Lesealter: 16-99 J.
Einband: Paperback

Beschreibung

Die sieben Todsünden, ich habe sie alle gesehen. Ich war Jahre lang stolz auf mein Herz. Jetzt aber brauche ich mehr, um die zu schützen, die ich liebe. Als ich Cayden Lancaster um Hilfe bitte, ist mir bewusst, dass der Preis meine Seele sein wird. Was macht ein Engel wie du in der Hölle, Darling? Verzweiflung, Niedertracht, Hass. Jeder trägt sie in sich, zurück bleibt absolute Finsternis. Aber du, Rosalia O´Farrel, an dir perlen sie ab. Alles in mir dürstet danach, sie dir zu nehmen, deine weißen Flügel. Als Lia auf Cayden trifft, bleibt die Welt für einen Augenblick stehen. Sie hat viele grausame Männer gesehen, doch er stellt sie alle in den Schatten. Mit Narben, die Schmerz, und Augen, die Zerstörung versprechen. Von ihrer Vergangenheit in die Ecke gedrängt, hat die junge Irin keine Wahl. Sie lässt sich auf ihn ein und ahnt nicht, dass das erst der Anfang ist.

Leseprobe

EINS LIA Tick. Tack. Tick. Tack. Ich starrte die Uhr an der Wand an. Es war eine dieser schweren, mit Goldziffern und verschnörkelten Ornamenten am Gehäuse. Antik, alt, wertvoll. Wie alles in diesem Zimmer. Das Bett war aus Mahagoni, die Laken aus etwas, das sich schwer nach Seide anfühlte. Die Wände wurden von wunderschönen Kunstwerken geschmückt. Der Flokati war das Flauschigste, auf dem ich je gestanden hatte. Selbst das Badezimmer war einer Königin würdig. Jemand der davon etwas verstand, hätte sicher die helle Freude an diesem Käfig gehabt. Doch nichts konnte über die verschlossene Tür hinwegtäuschen, die mich einsperrte. Wieder ließ ich meinen Blick schweifen. 'Lia, wie zum Teufel bist du nur hier gelandet?', fragte ich mich selbst in die Stille hinein. Eigentlich müsste ich in diesem Augenblick im Nest sein und Asra den Hintern retten, das glaubte ich jedenfalls. Ich war einfach hier aufgewacht. Draußen tobte ein Unwetter und obwohl es noch etwas hell war, sah man kaum einen Meter weit durch das Fenster. Ich hatte kein Zeitgefühl, was den Tag betraf, wusste nur, dass ich eigentlich Asras Plan unterstützen sollte. Na ja, Luke und ich. Wir waren ihre Lebensversicherung. Alles war genau geplant gewesen. Und dann war er aufgetaucht. Cayden Lancaster, der Mann ohne Seele. * * * Ich bereitete gerade das Frühstück vor, als eine dunkle Gestalt die Küche betrat. Das Erste das mir auffiel, waren seine Augen. So schwarz, dass kaum die Pupillen zu sehen waren. Bodenlose Löcher, die mir sofort eine Gänsehaut bescherten. Dann sah ich sie, seine Narben. Sie zogen sich über seine rechte Gesichtshälfte. Tiefe, kaum verblasste Male, die ihm einen gnadenlosen Zug gaben. Schwarzes Haar reichte ihm bis zum Kinn. Gebräunte Haut. Breite Schultern, aufrechter Gang. Cayden Lancaster weckte in mir allein durch seine Anwesenheit den Wunsch nach Flucht. 'Rosalia O'Farrel?' 'Man nennt mich Lia', berichtigte ich ihn.Obwohl ich den Mann ohne Seele nie vorher gesehen hatte, wusste ich, wer da vor mir stand. 'Sie müssen Cayden sein. Muffin?' Ich neigte dazu, Menschen die ich nicht einschätzen konnte, zu mästen. Eine alte Angewohnheit. Backen beruhigte mich. Erdete mich. Er dagegen, machte mich nervös. Sein Blick kalt, seine Aura fast schon dämonisch, so dass sich mir die Nackenhaare sträubten. Mit langsamen Bewegungen kam er um die Kücheninsel. Ich bemerkte gleich, dass etwas nicht stimmte. Ehe ich jedoch reagieren konnte, packten mich, wie aus dem Nichts, zwei Hände. Ein Blick nach hinten verriet mir, dass Cayden nicht allein gekommen war. Ein großer bulliger und finster blickender Kerl hielt mich fest. Erschrocken schrie ich auf, ehe ich jedoch nach den anderen rufen konnte, legte sich eine kräftige Hand auf meinen Mund. Ich versuchte mir die paar Tricks, die Asra mir im Laufe der Jahre beigebracht hatte, in Erinnerung zu rufen, doch alles war verschwommen und von meiner Panik verdrängt. 'Wir machen einen kleinen Ausflug, Darling.', Caydens Worte waren völlig ruhig und gelassen. Ich wehrte mich mit Händen und Füßen, doch dieser Kerl hinter mir hatte eine unbändige Kraft. Verzweifelt versuchte ich, ihn in die Hand zu beißen. Keine Chance. Gemeinsam schleppten sie mich aus dem Nest. Obwohl sich sowohl Luke als auch ein paar andere ihnen in den Weg stellten, reichte einzig Asras Anweisung aus, um sie dazu zu bewegen, sie mit mir durchzulassen. * * * Cayden hat das Sagen. Hört auf ihn. 'Pah, dass ich nicht lache, was habe ich nun davon?', fluchte ich wieder in diese Stille. Seit Stunden war ich hier eingeschlossen. Keiner hatte sich blicken lassen. Was auch immer sie mir gespritzt hatten, lag noch bleiern über meinen Gedanken. Ich hatte sämtliche Schränke durchwühlt, doch mehr als einen kleinen Minikühlschrank, in dem Wasser stand, das ich gierig getrunken hatte, war nichts zu finden gewesen. Alle Schränke, selbst die im Bad waren, bis auf eine Zahnbürste und Zahnpasta, leer. Das Betäubungsmittel hatte einen bitteren Geschmack auf meiner Zunge zurückgelassen, weshalb ich froh über die Zahnbürste gewesen war. Trotzdem wären etwas mehr Kosmetika nicht schlecht gewesen. Warum auch immer Cayden mich entführt hatte, geplant war es ganz sicher nicht gewesen.Seit etwa einer Stunde saß ich auf einer kleinen Nische am Fenster. Zwar waren diese nicht vergittert, doch leider verschlossen. Draußen regnete es in Strömen. Wo auch immer ich war, die vertrauten Türme Chicagos konnte ich nicht sehen.Selbst wenn ich sie hätte öffnen können, mein Zimmer lag mindestens im dritten Stock. Wieder ärgerte ich mich, dass ich mir von Asra nicht mehr Überlebenstraining hatte beibringen lassen. Vielleicht hätte ich mir so aus der Bettdecke ein Seil bauen, mit einer Haarspange James Bond like die Fenster öffnen können und mit wenigen Griffen wäre ich frei gewesen.Cayden hat das Sagen. Hört auf ihn.Wieder Asras Stimme. Wieder dieser Befehl. Sie vertraute ihm, wusste sie, was er getan hatte? War sie eingeweiht über meine Entführung? Dieser Gedanke drehte mir den Magen um.Nein, Asra würde dich nicht so unwissend auf heißen Kohlen sitzen lassen. Und das vor allem ohne Handy. Kurz nachdem Cayden und sein Lackaffe mich aus dem Haus geschleift hatten, hatten sie mir mit einer Betäubungspritze in den Hals gestochen. Innerhalb weniger Sekunden war ich bewusstlos geworden und schlussendlich hier aufgewacht. Ohne Handy, ohne einen anderen Menschen in Sicht, eingesperrt in diesem Prunkkäfig.Gerade überlegte ich mir einen weiteren Plan, wie ich hier herauskam, als das Türschloss klickte. Sofort ging mein Puls an die Decke, und Adrenalin jagte durch mein Blut. Ganz automatisch suchte ich nach einem Versteck. Als ich jedoch registrierte, dass keiner das Zimmer betrat, verwarf ich die Idee, unter das Bett zu kriechen, wieder. 'Hallo?', fragte ich in die Stille hinein, doch nichts rührte sich. Mit schnellen Schritten ging ich zur Tür und riss sie auf. Dahinter ein dunkler Flur. Vorsichtig schielte ich von links nach rechts. Keine Menschenseele war zu sehen. Ohne zu zögern, rannte ich den Flur entlang, bis ich an einer großen Treppe ankam. 'Bloß keine Panik, Lia. Finde einen Weg hier raus', beruhigte ich mich selbst. Ein merkwürdiges Geräusch hallte daraufhin durch die Gänge. Sofort drehte ich mich einmal um mich selbst, konnte den Ursprung des Lachens jedoch nicht ausmachen. 'Hallo? Verdammt, wer ist da?', meine Stimme zitterte, was mich selbst ärgerte.'Angst, Rosalia? Dann lauf!' Eine weitere Aufforderung brauchte ich nicht. Wie eine Kanonenkugel schoss ich die Treppe hinunter. Sie kam mir ewig lang vor.Milch. Zucker. Butter. Kakao. Mehl.Immer wieder kam ich ins Straucheln, stolperte über den flauschigen Teppich unter meinen nackten Füßen, lief aber weiter. Keuchend hielt ich Ausschau nach der Eingangstür, legte sogar noch einen Zahn zu, als ich sie entdeckte. Mit einem Wums landete ich an der Tür und versuchte sie, mit meinem gesamten Gewicht aufzuziehen. Abgeschlossen.Verdammt.Hektisch drehte ich mich um. Oben am Treppenabsatz stand eine dunkle Gestalt. 'Falsche Richtung.' Erst als der Schatten einen weiteren Schritt auf mich zukam, erkannte ich ihn. 'Was ist das für ein bescheuertes Spiel, das du hier spielst, Cayden?' Mein Herz raste in meiner Brust, mein Atem ging schwer. Dieser Typ jagte mir eine scheiß Angst ein. So wie er mich herablassend anlächelte, wusste er das.Donner grollte in der Ferne und Blitze erhellten sekundenweise den Eingangsbereich. Wo auch immer wir hier waren, das Haus musste riesig sein. Von meinem Fenster aus hatte ich gedacht, ich befände mich im dritten Stock, doch anscheinend lag das an den meterhohen Decken. 'Ich hab noch gar nicht angefangen zu spielen, Darling.' Mit lässigen Schritten kam er die Treppe hinunter. 'Bleib mir vom Leib. Und mein Name ist Lia und nicht Darling.' Er legte überlegend den Kopf schief. 'Hältst du es für klug, mich zu reizen?' Seine Stimme glich dem Grollen des Donners draußen. Mein Herz raste einen Tick schneller. Er stand nur wenige ...

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