Die Himmelspferde

Erschienen am 17.02.2004
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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783809024859
Sprache: Deutsch
Umfang: 576 S.
Format (T/L/B): 4 x 23.3 x 16.1 cm
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

China im 3. Jahrhundert vor Christus: Im Königreich Zhao gelangt der Pferdehändler Lü Buwei zufällig in den Besitz eines prachtvollen Diskus aus schwarzer Jade. Besessen von der Idee, damit jene legendäre Jadescheibe in Händen zu halten, die Erfolg und ewiges Leben verspricht, macht er sich auf ins Königreich Qin. Dort will er das Mysterium der schwarzen Scheibe lüften und kommt zu Reichtum und Ansehen bei Hofe. Zur gleichen Zeit beauftragt der Herrscher von Qin, der altersschwache König Zhong, einen Offizier damit, den geheimnisvollen Diskus zu ihm zurückzubringen. Nach einer alten Prophezeiung ist das Schicksal des Reichs untrennbar mit dem Kultobjekt verwoben. Der König rechnet allerdings nicht mit dem Machthunger seiner Schwiegertochter Huayang. Die bezaubernde junge Frau versüßt nicht nur das Leben des alten Herrschers mit ihren erotischen Reizen, sie setzt ihre Mittel auch gezielt ein, um ihren Einfluss auszubauen. Selbst vor Mord schreckt sie nicht zurück ... "Liebe, Leidenschaft, Habgier - große Geschichte in einem hinreißend erzählten historischen Roman!" Le Figaro Litteraire "Jose Freches nimmt den Leser mit auf eine faszinierende Reise ins alte China - in eine Welt voller Leidenschaft, Gewalt und raffinierter Erotik!" Le Monde "Ein großartiger Roman voller Exotik - prall wie das Leben selbst!" Le Figaro

Autorenportrait

Jose Freches studierte Sinologie, Kunstgeschichte und Geschichte. Mit gerade mal 21 Jahren wurde er Konservator am Louvre und dem Musee Guimet in Paris - dem Nationalmuseum für asiatische Kunst. Heute leitet er eine PR-Agentur in Paris und eine Galerie in der Provence. "Die Himmelspferde" und "Der Jademond", die beiden ersten Bände seiner schillernden China-Trilogie, stürmten in kürzester Zeit die französischen Bestsellerlisten und verkauften sich hunderttausendfach!

Leseprobe

Prolog Ich muss diese Jadescheibe haben, koste es, was es wolle!', murmelte Lü Buwei erschüttert. Der Kaufmann hatte laut gedacht. So etwas passierte ihm sonst nie. In seinem ganzen Leben hatte Lü Buwei noch keinen rituellen Gegenstand von solch außergewöhnlicher Größe gesehen. Gleich nachdem sein Blick darauf gefallen war, hatte er begonnen, sich einen Weg durch die Menschenmenge zu bahnen, die sich um diese Tageszeit auf dem großen Platz von Handan drängte. Dort wurde unter der gleißenden Sonne, die bereits hoch am Himmel stand, der allmorgendliche Markt abgehalten. Winzige Schweißtröpfchen glitzerten auf seiner Stirn. Er spürte, wie seine Beine ihn unaufhaltsam zum hinteren Teil des Platzes trugen, dorthin, wo ein Mann die Scheibe auf einem kleinen tragbaren Bock aus zusammengebundenen Bambusrohren ausgestellt hatte. Er bemühte sich, nicht zu schnell zu gehen, denn er wollte auf keinen Fall den Eindruck erwecken, allzu begierig auf diesen Gegenstand zu sein. Unwandelbares Ritual, sein alter konfuzianischer Lehrer, hatte ihm seit seiner frühesten Kindheit eingeschärft, selbst in den überraschendsten Situationen stets einen ruhigen, gleichmütigen Anschein zu wahren und seinem Gegenüber - wer auch immer es sein mochte - niemals seine innersten Gefühle zu offenbaren. Die konfuzianische Ethik war eindeutig: Das war die höchste Form des Respekts, den jeder dem anderen schuldet. Und Lü Buwei hatte diese Ethik zur Grundlage seines Verhaltens gemacht. Wie üblich war sein Sekretär Zhao Sheng an seiner Seite. Lü Buwei hatte es sich also zur Gewohnheit gemacht, in Gegenwart dieses ebenso diskreten wie intelligenten jungen Mannes, der nun schon seit fünf Jahren für ihn arbeitete und ihm treu ergeben war, nie Stimmungsschwankungen oder gar unangemessene Begeisterung an den Tag zu legen. Ein bedeutender Kaufmann, der bedeutendste und reichste im ganzen Königreich Zhao überhaupt, war es sich schuldig, ein freundlicher und unerschrockener Arbeitgeber zu sein. Der Handel war eine Kunst, die sowohl Ruhe als auch Konzentration verlangte. Lü Buwei war unübertroffen darin, den besten Preis für die Wasserkastanien- oder Getreideernte auszuhandeln oder auch für die Wollballen, die seine Aufkäufer für ihn in den kargen Steppen des Nordens besorgten, dort, wo die Xiongnu-Stämme ihre Schafe mit dem lockigen Fell und ihre langhaarigen Ziegen züchteten. Und genauso achtete er auch bei Verhandlungen über den Kauf von Pferden, auf deren An- und Verkauf er sich spezialisiert hatte, darauf, vor den Händlern und Züchtern, die aus allen Ecken des Landes zu ihm kamen, um ihm ihre Tiere anzubieten, eine unverfängliche Gelassenheit an den Tag zu legen. So war es ihm gelungen, die prächtigsten Hengste und die fruchtbarsten Stuten des Königreichs zu erwerben. Aber was scherte ihn jetzt die Gegenwart seines Sekretärs! Der Kaufmann versuchte nicht einmal, diese unbezwingbare Anziehungskraft zu verbergen, die, wie er mit Erschrecken feststellte, geradezu körperlichem Begehren ähnelte und ihn unweigerlich dazu trieb, diesen Kultgegenstand mit eigenen Händen zu berühren. Zhao Sheng hatte seinen Herrn noch nie so erlebt. Er machte große Augen, denn das war nicht der Lü Buwei, den er kannte, dieser Mann, der, aufs Äußerste angespannt, auf eine in verdreckte Lumpen gekleidete Kreatur zustürmte, deren Gesicht dem eines alten räudigen Affen glich und die ihn zu erwarten schien und ihn nun, als sie schließlich vor ihr standen, mit einem spöttischen Lächeln musterte. Als Lü Buwei die Jadescheibe so dicht vor sich sah, war seine Erschütterung noch viel größer, und er konnte einen Aufschrei nicht unterdrücken, in dem sich Erstaunen und Freude mischten. Drei Schritte hinter ihm musste sein Sekretär nun eine Szene beobachten, die er noch wenige Augenblicke zuvor niemals für möglich gehalten hätte. Es war stärker als er! Es schien, als sei die Scheibe ein Magnet, der einen Eisenspan namens Lü Bu ...

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