Beschreibung
Die einen feierten Freud als Befreier von bürgerlichen Moralvorstellungen, die anderen beklagten seine Lehre als rationales Aufklärungsprojekt, das der deutschen Seele zutiefst fremd sei. Anthony D. Kauders legt in seinem Buch die Deutschen auf die Couch: Wie haben sie auf Freud und seine Ideen reagiert? Was verraten die Reaktionen über ihr Verhältnis zur Sexualität, zur Gewalt und die Vorstellungen vom »bürgerlichen Ich«, von Ohnmacht und Selbstbestimmung? Und wie haben sich die Einstellungen zur Psychoanalyse im Verlauf des 20. Jahrhunderts verändert? Der Autor zeigt auf verblüffende Weise, wie wir anhand der Auseinandersetzung mit Freud die Ideale und Utopien, die Ängste und Hoffnungen der deutschen Gesellschaft rekonstruieren können. Ein überraschendes Sittengemälde und ein ebenso faszinierendes wie abgründiges Panorama der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Autorenportrait
Anthony D. Kauders, geboren 1967 in Zürich, studierte Geschichte an der London School of Economics und der Universiät Oxford. Forschungs- und Lehrtätigkeiten führten ihn an die Universitäten Tel Aviv und Jerusalem. Seine zahlreichen englisch- und deutschsprachigen Publikationen sind unter anderem bei Oxford University Press, Wallstein und C. H. Beck herausgekommen. Zuletzt erschien sein Buch "Unmögliche Heimat. Eine deutsch-jüdische Geschichte der Bundesrepublik" (DVA, 2007), das im In- und Ausland starke Beachtung fand und als Standardwerk gilt. Zur Zeit unterrichtet er an der Keele University in England und forscht an der Universität München. Er lebt in München und in der Nähe von Stoke-on-Trent.
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